Behörden und Bußgelder

Verwaltungsrechtliche Festnahme: Rechte auf der Polizeiwache: Was tun nach georgischem Recht

Was bei einer Festnahme durch die Polizei im Verwaltungsverfahren gilt: Fristen, Belehrungspflichten, Protokollierung und Beschwerde gegen die Festnahme.

Was tun

  1. Fristen zuerst: Das Vorführen zur Polizei zur Erstellung eines Protokolls gilt bereits als verwaltungsrechtliche Festnahme (Kodex über Verwaltungsdelikte (KVD), Art. 243); die festgenommene Person wird sobald möglich, spätestens aber innerhalb von 24 Stunden dem Gericht vorgeführt (KVD, Art. 247); zur Beweissammlung kann die Frist einmal verlängert werden, höchstens um 24 Stunden, mit schriftlicher Begründung (KVD, Art. 247); wird die Person innerhalb dieser Frist nicht dem Gericht vorgeführt, erfolgt die sofortige Freilassung (KVD, Art. 247). Den genauen Zeitpunkt der tatsächlichen Festnahme festhalten, nicht den der Protokollierung.
  2. Rechte: Sofort bei der Festnahme sind das Vergehen und der Grund zu erläutern sowie das Recht auf einen Rechtsbeistand und das Recht, eine nahestehende Person zu benachrichtigen (KVD, Art. 245); auf Wunsch der festgenommenen Person werden die von ihr genannte nahestehende Person sowie der Arbeitsplatz bzw. die Schule über die Festnahme und den Aufenthaltsort informiert (KVD, Art. 245); über die Festnahme eines Minderjährigen ist unbedingt ein Elternteil zu informieren (KVD, Art. 245); wenn für das Vergehen Arrest möglich ist, kann eine mittellose Person einen Rechtsbeistand auf Kosten des Staates verlangen (KVD, Art. 255); die Polizei ist verpflichtet, die erste dringende medizinische Hilfe zu leisten (Polizeigesetz, Art. 17). Aussagen der festgenommenen Person, die VOR der Belehrung über ihre Rechte gemacht wurden, sind ein unzulässiges Beweismittel (KVD, Art. 245) — vor der Belehrung über die Rechte und vor Hinzuziehung des Rechtsbeistands nichts erklären.
  3. Verfahren: Es wird ein Festnahmeprotokoll mit Uhrzeit und Grund erstellt; eine Weigerung zu unterschreiben wird im Protokoll vermerkt (KVD, Art. 245) — eigene Einwände eintragen lassen und eine Kopie verlangen; eine Leibesvisitation darf nur durch eine Person desselben Geschlechts erfolgen und ist im Protokoll zu vermerken (KVD, Art. 248); eine Festnahme ist nur in den gesetzlich ausdrücklich vorgesehenen Fällen zulässig, wenn andere Maßnahmen ausgeschöpft sind (KVD, Art. 244).
  4. Beschwerde gegen die Festnahme: Festnahme und Durchsuchung werden bei der übergeordneten Behörde (Amtsperson) oder bei der Staatsanwaltschaft angefochten (KVD, Art. 251). Kommt die Sache vor Gericht, wird die Zeit der Festnahme auf die Dauer des Verwaltungsarrests angerechnet (KVD, Art. 309); vor Gericht gilt ein eigener Katalog von Rechten (Akteneinsicht, Zeugen, Dolmetscher).
  5. Zuständige Stellen: übergeordnete Polizeibehörde oder Staatsanwaltschaft — Beschwerde gegen Festnahme bzw. Durchsuchung; Rechtshilfedienst — Rechtsbeistand auf Kosten des Staates.
  6. Beweismittel: Zeit und Ort der Festnahme (Video, Zeugen, Geodaten), Kopie des Festnahme- und Durchsuchungsprotokolls; ärztliche Unterlagen zu Verletzungen, Fotos.
  7. Fallstricke: Verwaltungsrechtliche und strafrechtliche Festnahme sind nicht dasselbe: andere Kodizes und andere Fristen. Eine Unterschrift unter das Protokoll ohne eigene Anmerkungen ist riskant. Aussagen, die vor der Belehrung über die Rechte gemacht wurden, werden später gegen die Person verwendet.

Unbedingt prüfen

  • spätestens innerhalb von 24 Stunden dem Gericht vorführen; einmalige Verlängerung um bis zu 24 Stunden; andernfalls sofortige Freilassung
  • Rechte, die sofort zu erläutern sind (Grund, Rechtsbeistand, Benachrichtigung einer nahestehenden Person)
  • Aussagen vor der Belehrung über die Rechte sind unzulässig; Weigerung bzw. Einwände im Protokoll vermerken
  • Beschwerde gegen die Festnahme bei der übergeordneten Behörde oder der Staatsanwaltschaft; kostenloser Rechtsbeistand bei drohendem Arrest

Geltende Vorschriften (Texte auf Georgisch)

საქართველოს ადმინისტრაციულ სამართალდარღვევათა კოდექსი

პოლიციის შესახებ

საქართველოს სისხლის სამართლის საპროცესო კოდექსი

Dies ist ein Überblick, keine Rechtsberatung. Fristen und Beträge folgen der geltenden Fassung des Gesetzes — prüfen Sie sie am Text des jeweiligen Artikels.

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